Aedes de Venustas: Der Nischenduft Tempel, der in Manhattan wirklich verdient wurde
Wenn du New York als Duft suchst, führt dich der Weg nicht zuerst zu Reklametafeln, sondern in einen Raum, der wie ein Geheimnis gebaut ist: Aedes de Venustas. 1995 gründen Robert Gerstner und Karl Bradl im West Village von Manhattan ihre Boutique – und damit eine der ersten Adressen in den USA, die sich kompromisslos auf künstlerische, kuratierte Nischendüfte konzentriert. Der Name bedeutet „Tempel der Schönheit“. Und ja: Das ist groß formuliert – aber in diesem Fall ist es präzise, weil hier nicht „Beauty“ verkauft wird, sondern Atmosphäre, Handschrift und ein Gespür für Komposition, das du nicht erlernen kannst, wenn du nur Trends nachläufst.
Du spürst bei Aedes sofort: Das ist kein Laden, der Produkte stapelt. Das ist ein Ort, der dich prüft. Nicht aggressiv – eher wie eine Galerie, in der du automatisch leiser wirst. Genau daraus entsteht die Legende: Menschen, die Duft wirklich ernst nehmen, kommen nicht wegen Rabatten, sondern wegen Selektion. Und weil Aedes von Anfang an wie ein kultureller Knotenpunkt funktioniert: Journalisten, Künstler, Parfümeure, Sammler – alle finden hier einen gemeinsamen Nenner, ohne dass es sich jemals nach Szene-Karikatur anfühlt.

Die Gründer: Robert Gerstner und Karl Bradl – kuratieren als Lebensform
Gerstner und Bradl bringen einen deutschen Hintergrund mit, aber vor allem bringen sie etwas mit, das in dieser Stadt selten ist: Geduld. Ihre Vision ist nicht „größer“, sondern schärfer. Sie wählen nicht nach Lautstärke, sondern nach Substanz. Sie wollen außergewöhnliche Marken und künstlerische Kompositionen so zeigen, dass du ihre Details wahrnimmst – nicht nur ihren Namen.
Karl Bradl entwickelt sich dabei über die Jahre von einem Boutique-Macher zu einer echten Kreativfigur der modernen Parfümerie: nicht als Parfümeur am Labortisch, sondern als jemand, der Konzepte aufbaut, Rohstoff-Ideen formuliert, Proportionen mitentscheidet, Parfümeure fordert, bis die Komposition das sagt, was sie sagen soll. Das ist die Art Entwicklung, die du nicht in Pressemitteilungen siehst – du riechst sie in der Konsequenz einer Kollektion.
Die Aedes de Venustas Kollektion: New York, aber nicht geschniegelt
Aedes de Venustas steht für luxuriöses Nischenparfum mit Tiefe. Die Kollektion ist überwiegend Unisex-Parfum – nicht als „für alle“, sondern als „für dich, wenn du dich nicht mit dem Offensichtlichen zufriedengibst“. Und wenn du kurz wissen willst, wo die einzelnen Düfte stehen, dann so:
AEDES DE VENUSTAS SIGNATURE ist die DNA des Hauses. Hier sitzt das berühmte Spannungsfeld aus grüner Schärfe und dunkler Glut: Rhabarber, Tomatenblatt, Weihrauch, rote Fruchtigkeit, ein Hauch Schatten unter dem Licht. Das riecht nicht „nett“. Das riecht wie eine Adresse.
IRIS NAZARENA nimmt Iris und gibt ihr Kante: kühler Flor, Leder, Sternanis, Weihrauch – mystisch, nicht romantisch. Es ist Iris für Menschen, die kein Puder wollen, sondern Präsenz.
COPAL AZUR trägt Harz ins Helle. Amber, Weihrauch, mineralische Frische – wie Sonne auf Stein, aber darunter die ruhige, harzige Gravitation, die Aedes immer wieder kann.
ENCENS JAPONAIS ist Stille als Konstruktion: Räucherharz, Iris, Rose, Leder. Nicht weichgezeichnet, sondern konzentriert. Ein Duft, der nicht um Aufmerksamkeit bittet, sondern sie einfach bekommt.
PALISSANDRE D’OR ist warmes, kostbares Holz mit Würze: Sandelholz, Ambrette, Zimt – nicht als Weihnachtskarte, sondern als poliertes, tragbares Objekt. Das ist der Moment, in dem du merkst, wie luxuriös ein Holzduft sein kann, wenn er nicht in Süße ertrinkt.
GRENADILLE D’AFRIQUE feiert dunkles Edelholz: Blackwood-Anmutung, Vetiver, Tonkabohne, Labdanum – archaisch, trocken, tief. Ein Duft wie schwarzes Material, das Licht schluckt.
CAFÉ TABAC ist Bohème ohne Folklore: Tabak, Kaffee-Illusion, Kakao, Rauch, eine reife, dunkle Wärme. Ein Gourmand, aber nicht als Nachtisch – eher als Barhocker, der schon Geschichten kennt.
16A ORCHARD ist die Stadt in Leder und Wärme übersetzt: urbane Spannung, Pfirsich, Leder, Tonkabohne, Amber. Benannt nach der Adresse in der Lower East Side – du riechst hier keine Postkarte, du riechst Bewegung.
AMNESIA ROSE ist eine Rose mit Schatten: dramatisch, hypnotisch, dunkler als erwartet. Rose nicht als Blüte, sondern als Sog – mit Kaffee-Anklängen, Gewürz und dunkler Tiefe, die wie ein Blickkontakt stehen bleibt.
SUEÑO LATINO (limitiert) fühlt sich an wie Lebensfreude, aber Aedes-typisch mit Substanz darunter: Bergamotte, marine Luft, Blüten, Moschus, cremige Wärme. Nicht flach-frisch, sondern vibrierend und körpernah.
Und genau so funktioniert das Haus: Du bekommst keine „Liste“, du bekommst Charaktere. Wenn du Nischen-Parfum kaufen willst, das dich nicht dekoriert, sondern definiert, ist Aedes kein Trend – es ist eine Entscheidung.
Parfumkunst, Parfümeure, Fertigung: Qualität ohne Ausreden

Die Düfte werden in Frankreich gefertigt und von internationalen Top-Parfümeuren umgesetzt – unter anderem Bertrand Duchaufour, Ralf Schwieger, Frank Voelkl, Nathalie Feisthauer, Ilias Ermenidis und Rodrigo Flores-Roux. Das Entscheidende ist aber nicht die Namensliste, sondern das Ergebnis: Jede Komposition wirkt wie ein Statement, und selbst die „helleren“ Aedes-Düfte tragen diese unterschwellige Gravität, die du sofort als Hausstil erkennst.
Und ja: Auch visuell ist Aedes ein Statement. Minimalistischer Flakon, kobaltblaues Glas, klare Linie – kein Showpiece, sondern konzentrierte Eleganz, die zu dieser Marke passt wie Samt zu Schatten.
Warum Aedes de Venustas bei scent amor Sinn ergibt
Weil du hier nicht nach dem „nächsten Netten“ suchst. Bei scent amor geht es um außergewöhnliche Düfte, die auf Haut eine Geschichte bauen – nicht um Duft als Beiwerk. Aedes ist dafür wie gemacht: Du bekommst Tiefe, Kante, Atmosphäre. Und du kannst dich über Proben wirklich herantasten, bevor du dich festlegst. Genau so kaufst du Nischenparfum klug, ohne Fehlgriffe und ohne Theater.
nomenclature: Die moderne Molekül-Ästhetik, die New York wieder zeitgenössisch macht
Wenn Aedes de Venustas die samtige, dunkle Seite der Stadt ist, dann ist nomenclature das klare Neon: präzise, futuristisch, designgetrieben. 2015 gründen Karl Bradl und Carlos Quintero nomenclature in New York – als Gegenentwurf zu dieser ewigen „Natürlichkeits“-Romantik, die synthetische Moleküle seit Jahrzehnten wie ein Geheimnis behandelt, das man besser nicht zu laut ausspricht.
nomenclature macht das Gegenteil: Das Molekül steht im Zentrum. Nicht als Verstärker. Nicht als Hilfsstoff. Sondern als Held. Helvetolide®, Paradisone®, Clearwood®, Calone®, Norlimbanol®, Quincester® – hier werden moderne Aromachemikalien nicht maskiert, sondern inszeniert. Und das ist nicht kalt. Es ist klar. Und Klarheit kann verdammt emotional sein, wenn sie gut gebaut ist.
Carlos Quintero bringt die Design-Denke mit: Systeme, Formen, visuelle Sprache. Karl Bradl bringt die Duft-Intelligenz und das Kurationsgefühl, das du nicht simulieren kannst. Ergebnis: eine Marke, die wie ein künstlerisches Labor wirkt – aber auf der Haut nicht abstrakt bleibt, sondern tragbar und erstaunlich menschlich.
nomenclature Düfte: minimalistisch gedacht, vielschichtig getragen

Die Kernidee ist simpel: ein Molekül als Fokus – und darum herum eine Komposition, die dieses Molekül nicht erklärt, sondern fühlbar macht.
ADR_ETT stellt Helvetolide® ins Licht: moderner Moschus, weich, leicht fruchtig, fast schwebend. Das ist Hautgefühl, aber mit architektonischer Ordnung.
EFFLOR_ESCE dreht sich um Paradisone®: florale Radiance, transparent, leuchtend – als würde Luft selbst blühen, ohne jemals süß zu werden.
IRI_DEL nutzt Iris-Aldehyd als kühle, präzise Idee: sauber, mineralisch, subtil erdig. Iris ohne Puder, Iris als Linie.
ORB_ITAL spielt die Iso-E-Ästhetik: holzige Transparenz, ambrierte Wärme, aber nie schwer. Ein Duft, der um dich kreist, statt vor dir zu stehen.
LUMEN_ESCE setzt auf violette, elektrische Strahlkraft: ein futuristischer Veilchen-Glow, klar, vibrierend, modern.
HOLY_WOOD basiert auf Clearwood®: patchouli-artig, aber sauberer, glatter, konturierter. Holz als Zukunft, nicht als Nostalgie.
SHI_SÕ geht grün und kühl: ein scharfes Blattgefühl, aromatisch, fast gedankenklar. Das ist „grün“ ohne Wellness-Klischee.
PARA_ISO arbeitet mit Quincester®: hell, saftig, fast fluoreszierend. Ein Duft wie Frucht, aber nicht essbar – eher wie Farbe.
PSY_COU bringt Coumarin aus der Historie in die Gegenwart: trocken, heuartig, warm – weniger Tonka-Süße, mehr Struktur.
FLUO_RAL nimmt Calone® und befreit es von 90er-Wasserfolklore: aquatisch-floral, modern, überraschend elegant.
RED_WOOD stellt Norlimbanol® auf trockenes Holz: klar, knochig, lang anliegend – Holz ohne dekorative Süße, genau deshalb stark.
Du merkst: nomenclature ist kein Nerd-Projekt. Es ist eine Ästhetik. Wenn du Unisex-Parfum liebst, das modern wirkt, ohne trendig zu sein, findest du hier eine Kollektion, die dich nicht volllabert, sondern sauber performt.
Für wen ist nomenclature – und warum passt das zu scent amor

Für Menschen, die Parfum als Gegenwart verstehen. Für alle, die Innovation nicht als Gag wollen, sondern als echte olfaktorische Sprache. Für dich, wenn du bei „synthetisch“ nicht zurückzuckst, sondern neugierig wirst. Und genau deshalb gehört nomenclature zu scent amor: weil hier Nischenduft nicht als Mythos verkauft wird, sondern als kuratierte Realität – mit Proben, Beratung, und der Freiheit, deinen eigenen Duft-Kompass zu bauen.
Was New York hier wirklich zeigt: Zwei Marken, eine Haltung
Aedes de Venustas beweist dir, dass Luxus nicht schreien muss, um groß zu sein. nomenclature beweist dir, dass Moleküle keine Kälte bedeuten, sondern Präzision – und Präzision kann intim sein. Beides sind außergewöhnliche Düfte, aber auf komplett verschiedenen Wegen. Und genau das ist New York: Gegensätze, die sich nicht widersprechen, sondern sich schärfen.
Wenn du willst, kann dein nächster Kauf entweder wie ein samtiger Raum sein (AEDES DE VENUSTAS) oder wie eine klare Linie im Neon (nomenclature). Beides ist luxuriöses Nischenparfum – nicht, weil es „teuer“ wirkt, sondern weil es konsequent gedacht ist.
FAQ – damit du sofort weißt, wo du bei Aedes de Venustas und nomenclature einsteigst
Frage: Welche Marke ist besser, wenn ich Weihrauch und Tiefe suche?
Antwort: Dann führt fast kein Weg an AEDES DE VENUSTAS vorbei, weil Weihrauch, Harz und Schatten im Hausstil verankert sind.
Frage: Welche Marke passt, wenn ich moderne, klare Düfte ohne „Parfümtheater“ will?
Antwort: Dann ist nomenclature meist der schnellere Treffer, weil Moleküle hier bewusst als klare, tragbare Struktur inszeniert werden.
Frage: Sind das eher Herrenduft oder Damenduft?
Antwort: Beide Marken funktionieren überwiegend als Unisex-Parfum. Entscheidend ist dein Stil: Aedes oft dunkler, nomenclature oft klarer.
Frage: Wie vermeide ich Fehlkäufe bei solchen Marken?
Antwort: Über Proben. Gerade bei Nischendüfte zählt Hautchemie, und der „erste Eindruck“ täuscht bei komplexen Kompositionen oft.
Frage: Welcher Einstieg ist am unkompliziertesten?
Antwort: Bei Aedes oft AEDES DE VENUSTAS SIGNATURE oder PALISSANDRE D’OR; bei nomenclature häufig ADR_ETT oder ORB_ITAL – je nachdem, ob du Moschus oder Holztransparenz liebst.
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